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Zebu-Kind sucht passenden Namen
 

Gleich dreimal hat Gaby Coray in den letzten Tagen Tiernachwuchs erhalten. Das Interessante daran ist, dass zweimal ein Zebu-Kälbchen zur Welt kam. Überlebt hat nur eines.

 
Evi Biedermann
 
Mauren - Es ist klein, wird geschöppelt und ist zurzeit der Mittelpunkt in Gaby Corays Stall. Ein namenloses Geschöpf, das aussieht wie ein Kälbchen. Das ist es auch, aber keines von hier. Das Zebu-Junge, das am Ostersonntag in Mauren geboren wurde, hat asiatische Wurzeln (siehe Kasten). Der Tierarzt musste Nothilfe leisten. «Der Hals ist zu lang und der Kopf drehte sich immer wieder», erzählt die Bäuerin. Weil das 10 Kilo schwere Junge nicht trinken wollte, brauchte Gaby Coray am nächsten Morgen erneut einen tierärztlichen Rat. Diesmal rief sie direkt im Zürcher Tierspital an. Denn, so haben ihre Recherchen ergeben, Zebus sind bei uns nicht verbreitet. «Niemand ist mit deren Eigenheiten vertraut», sagt die Besitzerin von zwei Zebu-Kühen.
 

Eine amtliche Statistik über den Zebu-Bestand in der Schweiz gebe es nicht, schreibt das Bundesamt für Veterinärwesen auf Anfrage der TZ. Jörg Cadisch tippt auf Zoos und Zirkusse. «Privat sind mir keine Zebus bekannt», sagt der Tierschutzbeauftrage des kantonalen Veterinäramtes. Der Basler Zoo bestätigt den Besitz von vier Zwergzebus. Dennoch: Zebus sind rar in der Schweiz, selbst die Zürcher Tierklinik musste zuerst eine kundige Person ausfindig machen, bevor Gaby Coray ihre Fragen beantwortet bekam.

 
Zwei gewollt, vier gekauft
Nun aber gehts auf- und vorwärts. Just am «Fototermin» mit der TZ ist es dem Jungen zum ersten Mal gelungen, ein paar Schlücke Milch von den mütterlichen Zitzen zu saugen. «Sereina hat sich endlich stillgehalten», erzählt Coray, vom berühmten Mutterinstinkt sei bei der vierjährigen Zebu-Kuh noch wenig zu spüren. Im Moment trinkt das Junge noch ab der Flasche. Zum Teil ist es die gemolkene Milch der eigenen Mutter, zum Teil die einer anderen ganz gewöhnlichen Mutterkuh im Stall des Landwirtschaftsbetriebs, den Gaby Coray zusammen mit Edi Schild bewirtschaftet. Dort steht auch noch Selina, die zweite Zebu-Kuh, die Coray seit letzten November besitzt. Auch sie warf ein Junges, nur wenige Tage vor Sereina, doch es hat nicht überlebt.

Zu den Tieren kam die Bäuerin über ihren Viehhändler. Dieser brachte die beiden aus dem Welschland in den Thurgau, nachdem er sie aus dem Besitz des verstorbenen Halters erworben hatte. «Ich konnte einfach nicht Nein sagen», erinnert sich Coray, die nebst den Zebus auch Kühe, Hühner, Enten, Schildkröten, Ziegen, Minipigs und einen Hund besitzt, an die erste Begegnung. Dass sie allerdings vier statt nur zwei Zebus gekauft hatte, war ihr lange Zeit nicht bewusst. «Wir fragten uns schon ab und zu, ob die Tiere trächtig sind», erzählt sie, damit müsse man bei einem Kuhhandel immer rechnen. Ende Januar wars dann klar: da ist etwas unterwegs. Weniger klar war, wann das frohe Ereignis eintreten würde.

 
«Bubenname» gesucht

Was dem männlichen Neugeborenen jetzt noch fehlt, ist ein Name. Gaby Coray sucht deshalb Personen, die ihr dabei helfen. «Es soll nichts Ausgefallenes sein, aber passen solls», sagt sie dazu. Wer einen Vorschlag hat, kann sich direkt mit der Bäuerin in Verbindung setzten.

Eine andere Idee ist eine Patenschaft für das Zebu-Junge. «Ich will mich nicht bereichern», sagt Gaby Coray, «sondern einfach nur den Tieren Gutes tun.» Unter einer Patenschaft versteht sie, dass der Pate oder die Patin vielleicht ein- mal eine Tierarztrechnung übernehme. Wichtig ist ihr auch, dass die Patin oder der Pate das Zebu ab und zu besucht. «Sonst macht eine Patenschaft nur wenig Sinn.»

 

Kontakt: Telefon 079 745 74 59
Das Zebu-Junge im Stall von Gaby Coray ist erst einige Tage alt und versucht noch zaghaft, sich den mütterlichen Zitzen zu nähern.

Bild: evi biedermann
Zebu: Nutztier mit ausgeprägtem Buckel

 
Zebus sind eine Rinderrasse mit ausgeprägtem Buckel. Die Tiere gelangten von Asien nach Amerika, Afrika, Australien und in unbedeutender Zahl auch nach Europa. In Madagaskar sind sie das meist verbreitete Nutztier. Zebu-Rinder haben einen ausgeprägten Buckel, der aus marmoriertem Muskelfleisch besteht und als Delikatesse gilt. Zebu-Kühe sind bekannt durch ihre Leichtkalbigkeit, hohe Fruchtbarkeit und grossen Mutterinstinkt. Trächtig sind sie während 285 Tagen. Die Rinderrasse ist sehr genügsam und widerstandsfähig. Die Tiere wiegen zwischen 300 und 400 Kilo und können ein Alter von bis zu 25 Jahre erreichen. (bie.)
 
 

Quelle: Thurgauer Zeitung


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